1.10 Galaktische habitable Zone
Quelle: Themenpool §1 — Exobiologie · ➕ Themenpool
Nicht nur um einen Stern gibt es eine habitable Zone — auch die Galaxie als Ganzes hat einen bewohnbaren „Ring". Denn der Ort innerhalb der Milchstraße entscheidet mit, ob überhaupt bewohnbare Planeten entstehen und bestehen können. Wieder gilt: weder zu innen noch zu außen.
- Zu nahe am galaktischen Zentrum → lebensfeindlich: Die Sterndichte ist hoch → viele Supernovae und intensive Strahlung (Röntgen, kosmische Strahlung) → eine entstehende Biosphäre würde immer wieder sterilisiert; zudem stören nahe Sterne durch Gravitation die Planetenbahnen.
- Zu weit am Rand → zu wenig Baumaterial: Dort ist die Metallizität (Metallgehalt) zu niedrig. In der Astronomie heißen alle Elemente schwerer als H und He „Metalle" — und genau sie braucht man, um Gesteinsplaneten zu bauen. Bei zu geringer Metallizität entstehen schlicht keine erdähnlichen Planeten.
✎ Rolle der Metallizität (➕). „Metalle" entstehen erst im Inneren von Sternen und werden durch Supernovae verstreut; ältere/randständige Regionen sind daher metallarm. Genug Metalle = Voraussetzung für feste Planeten. Aber: zu hohe Metallizität (nahe dem Zentrum) begünstigt viele „heiße Jupiter", die innere Bahnen stören. Die galaktische habitable Zone ist also der mittlere Ring, in dem genug Metalle und ein ruhiges Strahlungsumfeld zusammenkommen — die Sonne liegt günstig in diesem Bereich.
✎ Wie misst man solche Entfernungen? Das Parsec (➕). Galaktische Abstände gibt man oft in Parsec (pc) an. Definition: Ein Parsec ist die Entfernung, aus der 1 AE (Erde–Sonne-Abstand) unter einem Winkel von einer Bogensekunde (1″ = 1/3600 Grad) erscheint — hergeleitet aus der Parallaxe (scheinbare Verschiebung eines nahen Sterns vor dem Hintergrund, während die Erde die Sonne umläuft). Umrechnung:
Die Sonne liegt rund 8000 pc (≈ 8 kpc) vom galaktischen Zentrum entfernt — mitten in der galaktischen habitablen Zone.